TopSharing

TopSharing – zu zweit ist vieles leichter

Führungskräfte arbeiten heute häufig weit mehr als 40 Stunden pro Woche, da speziell in den höheren Führungsebenen, meist Männer dominiert, ein Führungsverständnis von uneingeschränkter Erreichbarkeit, Mobilität und Verpflichtung gegenüber dem Unternehmen vorherrscht.

Viele Frauen, mittlerweile aber auch immer mehr junge Männer und erst recht ältere Arbeitnehmer wollen dies häufig nicht mehr. Ältere Führungskräfte wählen daher oftmals den Weg in eine Frühverrentung auch weil sie für sich die Gefahr erkennen ein Burnout zu erleiden.

In einer modernen, durch die demographische Schere geprägten Arbeitswelt, sollten wir uns neuen Ansätzen öffnen, nicht nur wie Führung funktioniert, sondern auch wie Führung neu gelebt werden kann.

Eine Möglichkeit dazu ist das TopSharing, dies bedeutet das sich zwei Führungskräfte eine Stelle teilen. Der Begriff TopSharing wurde bereits vor einigen Jahren von Frau Dr. Julia K. Kuark im Rahmen einer Projektarbeit und den Piloten bei den Firmen Swiss Re, der Weisbrod Zürrer und dem Finanzdepartment des Bundes in der Schweiz geprägt. Heute praktizieren schon sehr viele große Firmen das TopSharing, allerdings meist immer noch als „Insellösung“ für individuelle arbeitszeitliche Bedürfnisse, und auf Initiative, meist von Frauen die eine geeignete Partnerin gefunden haben um sich eine interessante Stelle im Unternehmen zu teilen.

Der bereits existierende Mangel an Fach- und <a href=“/fuehrungskraefte-coaching“>Führungskräften</a> zwingt Unternehmen, neu zu denken und Arbeitsformen einzuführen, die sowohl für die High-Potentials reizvoll sind wie auch brachliegende Ressourcen auf dem internen und externen Arbeitsmarkt abschöpfen lassen.

Jede Arbeitsorganisation ist arbeitsteilig aufgebaut und genau darin liegt der Gestaltungsspielraum für zukunftsweisende Arbeitsmodelle. Mehr Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben wirkt gegen Stress und Übermüdungserscheinungen wie Burnout und lässt moderne persönliche Lebenskonzepte zu. Ein äußerst wünschenswerter Nebeneffekt des TopSharing: die Motivation und die Produktivität am Arbeitsplatz steigen. Wir wissen, dass speziell in Dienstleistungsunternehmen Qualität, Produktivität und Kundenzufriedenheit stark von der Motivation der Mitarbeiter abhängen.

Ein weiterer bedeutender Aspekt für die Einführung von TopSharing ist der der größeren Diversität. „Diversity“ ist ein Schlüssel für erfolgreiche Unternehmen, denn Mitarbeiter mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Geschlecht und Herkunft werden zukünftig stärker gebraucht. Die Führungskräfte, die vier Sprachen sprechen, über langjährige internationale Erfahrung verfügen, Vertragsverhandlungen auf hohem Niveau führen können und neben ihrem Studium noch fundierte betriebswirtschaftliche Erfahrungen gesammelt haben, sind selten, aber bei zwei Mitarbeitern, die sich in ihren Fähigkeiten ergänzen, ergibt sich ein Zugriff auf breiteres Führungspotenzial bei der Stellenbesetzung.

Durch TopSharing die Arbeitgeber-Attraktivität steigern

Geteilte Führungsverantwortung, TopSharing, ist daher nicht nur eine neuartige Lösung für andere persönliche Lebenskonzepte der Mitarbeiter, sondern auch für die Unternehmen, die heute nicht die geeigneten Vollzeitmitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt finden, die ihre erfahrenen älteren Führungskräfte nicht verlieren wollen und die es verstanden haben, dass Teilzeitarbeit deutlich produktiver als Vollzeit ist. Sie greifen mit diesem Konzept auf eine Marktressourcen zu, die Sie sonst nicht erreichen würden.
Darüber hinaus trägt diese Konzeption in hohem Maße zur Mitarbeiterbindung bei.

In Deutschland arbeiten schon heute 46,7% der beschäftigten Frauen in Teilzeit. Leider häufig nicht in Funktionen und Positionen die Ihrer erworbenen Kompetenz entsprechen. In den Niederlanden sind dies sogar ¾ aller beschäftigten Frauen und mehr als ¼ der Männer.

eurostat August 2019

Quelle: eurostat August 2019